CinePaint – 16-bit Bildbearbeitung. Von der Kamera zum Druck
Der obere Regler ist zugleich der wichtigste. Er beeinflußt die Helligkeit im Bild.
Das korrigierte Bild wird für CinePaint als 16-bit Tiff gespeichert.
Anschliesend kann es in CinePaint geladen werden.
Das Standardbildprofil, Wähler: "Assumed image profile:", erlaubt ein beliebiges Farbprofil als Quellfarbraum zu bestimmen. Für einen Scannarbeitsplatz kann dies z.B. das Scannerprofil sein, für eine Druckerei das hausinterne Offsetprofil, für die meisten Fälle ist jedoch sRGB als Standard anzusehen.
Wir starten mit dem eingebauten rawphoto-PlugIn von Dave Coffin. Einfach ein Kamerarohbild aus einem GTK-Programm auf die Werkzeugbox CinePaint's ziehen oder im Menü: "File" −> "Open..." wählen und eine Datei auswählen. Die Einstellungen des rawphoto Dialoges belassen wir möglichst.
Vom oberen Menü des Bildes wählen wir unter "Image" den Eintrag "Assign ICC Profile...". Der Dialog zur Auswahl des Bildprofiles erscheint. Hier muss das Geräteprofil gesetzt werden.![]() |
Links das geladene Bild im Farbraum der Kamera, korrigiert für den Monitor dargestellt in CinePaint. Das Bild sieht schon sehr viel besser aus und in der weiteren Bearbeitung wird das zugewiesene Geräteprofil genutzt werden.
Anschliesend nehmen wir individuelle Anpassungen im "Levels" Dialog vor (Bildmenü: "Image" −> "Colors" −> "Levels").
Hier lassen sich der Weisspunkt und der Schwarzpunkt korrigieren. Die Pipettenwerzeuge erlauben ein intuitives Arbeiten. Diese Arbeitsweise verspricht gleichzeitig den größten Erfolg. Anschliesend kann für schwierige Lichtsituationen noch ein Graupunkt gesetzt werden.![]() |
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Um dem Bild noch ein wenig auf die Sprünge zu helfen, kann im Kurvendialog die Farbsättigung eingestellt werden. Dazu wandeln wir das Bild aus Ufraw nach dem CIE*Lab Farbraum. Dieser wahrnehmungsmäßig gleichabständige Farbraum erlaubt Manipulationen, die unserem menschlichen Sehempfinden nahe kommen. Die Umwandlung erfolgt wie bereits oben beschrieben. Der unterhalb der Profilauswahl befindliche Wähler für die Übertragungsfunktion "Rendering Intent" wird auf "Relative Colorimetric" eingestellt. Erläuterungen zu dieser Einstellung finden sich im Abschnitt Druck. Damit wird dem littleCMS Farbmodul (lcms) mitgeteilt, die Farben möglichst ohne Streckungen umzuwandeln.![]() |
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Für die Separation in einen 4-Kanal Farbraum (CMYK) kann der Farbumwandlungsdialog (Bildmenü: "Image" −> "Convert using ICC Profile...") benutz werden. Vorher ist jedoch, falls nicht vorhanden, ein Transparenzkanal hinzuzufügen (Bildmenü: "Image" −> "Alpha" −> "Add Alpha Channel"). Wir duplizieren das kalibrierte IT8-Testchartbild und separieren wie beschrieben. Der Zielfarbraum gehöhrt in unserem Fall zu einer Offsetdruckmaschine. | Fotografisch (Perceptual) | Relativ Farbmetrisch (Relative Colorimetric) | Sättigung (Saturation) | Absolut Farbmetrisch (Absolute Colorimetric) |
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| ohne Schwarz- punkt- kompen- sation |
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| mit Schwarz- punkt- kompen- sation |
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Profilabhängig Farben werden gleichabständig übertragen Der Eindruck des Originalbildes wird auf dem Ausgabemedium nachgebildet. |
Profilunabhängig Farben welche innerhalb des Zielfarbraumes liegen werden 1:1übertragen, Farben ausserhalb des Zielfarbraumes werden auf den nächstliegenden Farbort im Zielfarbraum übertragen. |
maximale Farbsättigung, hat kaum praktische Bedeutung | Profilunabhängig wie Relativ Farbmetrisch Zusätzlich wird der Quell- auf den Zielweisspunkt transformiert. |
| Fotografisch | Relativ Farbmetrisch | Absolut Farbmetrisch / Original | |
| ohne Schwarz- punkt- kompen- sation |
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| mit Schwarz- punkt- kompen- sation |
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Softproof ist die Simulation der Farbausgabe eines Zielgerätes auf dem Monitor. CinePaint unterstützt mit Version 0.20 das Setzen eines Proofprofiles für ein beliebiges Bild. Das Bild erhält den zu simulierenden Farbraum (in unserem Beispiel "ISO Uncoated Yellowish") als ein zweites Profil, das Proofprofil.
Dieses Profil kann unter dem oberen Menü des Bildes, Menüpunkt "Image" −> "Assign ICC Proof Profile..." ausgesucht werden.| Original | Fotodrucker | ISO Uncoated Yellowish |
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| einige Originalfarben des IT8 Kalibrationscharts (innerhalb des hellumrandeten LStar-RGB unten) schauen aus dem farbigen Monitor- und grauen Fotodruckfarbraum heraus Mit Einbusen bei motivabhängig sehr satten Farben ist bei der Separation in den Druckfarbraum immer zu rechnen. |
Große Farbbereiche eines Fotodruckers (hellgrau) sind im Monitorfarbraum (farbig) nicht darstellbar. wenig geeigneter Farbraum für Softproof |
Fast alle Farben von "ISO Uncoated Yellowish" können im Monitorfarbraum (farbig) abgebildet werden. softproofgeeignet |
Dargestellt sind nebenstehend grau der Farbraum des Fotodruckers, unsere IT8 Testchartfarben, fotografisch übertragen in den "ISO Uncoated Yellowish" Farbraum (farbig). Die vorgesehene Simulations scheint ohne Deformationen des Farbraumes möglich zu seien. Alle Beispielfarben aus dem "ISO Uncoated Yellowish" Farbraum unsererer idealisierten Offsetmaschine passen in den größeren Farbraum des Fotodruckers.
Der Separations Dialog wird erreicht über das Bildmenü: "File" −> "Print". Für die Übertragungsart wählen wir "Relative colorimetric" und belassen alle anderen Einstellungen. Als "Separation Profile" ist nun das Proofprofil voreingestellt. Falls dies auf den Simulationsdrucker passt kann es zur Farbumwandlung genutzt oder muss neu ausgesucht werden. Damit sollte unser Bild ohne Farbverschiebungen aus dem Offsetfarbraum in den Farbraum des Fotodruckers durch littleCMS übertragen werden.
Die Farbraumdarstellungen enstanden mit dem Profil- und Farbraumbetrachter "ICC Examin". "ICC Examin" ist ein quelloffenes GPL Projekt und muss zur Verwendung mit CinePaint separat installiert werden. Das Programm ist auf meiner Seite www.behrmann.name erhältlich. Aufgerufen wird der Plug-in Teil in CinePaint über das Bildmenü: "Filter" −> "ICC Color" −> "Watch" und "Watch2" oder die Einträge "Image Profile" und "Proof Profile" zur Profilbetrachtung.